„Feinhörigkeit“

Für diesen Begriff nennt Google immerhin auf Anhieb stolze 4220 Treffer. Ich las es bei einem Philosophen. Das hat heute Seltenheitswert. Tatsächlich wird das Wort auch in der Medizin verwendet für Hörstörungen, z.B. in Zusammenhang mit Nervosität und Geräuschempfindlichkeit – das Fachwort hierfür lautet „Hyperakusis“. In Zusammenhang mit dem neuen Modephänomen Hochsensibilität kommt es nur relativ wenig vor, nur eine handvolle Treffer.

Weiterhin kommt der Begriff in Zusammenhang mit dem Hörvermögen im Kontext von Musik und insbesondere klassischer Musik vor. Auch bestimmten Tieren wird ein überragendes Sinnesvermögen nachgesagt oder ist sogar wissenschaftlich nachgewiesen. Der Mensch ist bei den Sinnen nicht der letzte und absolute Maßstab.

Im geisteswissenschftlichen Kontext verwendete Simmel das Wort schon vor 1900, um etwas über Nietzsche zu sagen und dessen Rezeption, zum geistigen feinen Sinn, nicht für die äußeren Sinne. Möglicherweise leise ausfallende Zwischentöne sind es, auf die es ankommen kann. Dann bedeutet es auch, soziale Abstufungen einzuführen und zu verdeutlichen.

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